Die etwas andere systemische Beratung

Lesen Sie, was den Unterschied macht.

Integrierte Systemische Beratung bringt unterschiedliche Richtungen der systemischen Beratung zusammen und erweitert sie mit komplementären Ansätzen. Damit lassen sich Beratungsprozesse planen und umsetzen, die auf ganz unterschiedlichen Ebenen anschlussfähig sind. Und dadurch viel besser zu der Komplexität der Situationen passen, zu denen sie eine Antwort geben sollen.

Systemische Beratung

Zusammenhänge sehen.

Systemische Beratung ist heute de-facto Standard der Kurzzeitberatung. Der Grund aus meiner Sicht: Systemische Beratung ist im Unterschied zu anderen Ansätzen für den Umgang mit unvorhersagbaren, nichtlinearen und vernetzten, kurz: komplexen Systemen formuliert worden – zum Beispiel Menschen, Teams oder Organisationen. Mit spezifischen Interventionen hat systemische Beratung ein Handwerkszeug, wie solche komplexen Systeme zur Veränderung angeregt werden können. Wir bleiben in der systemischen Arbeit nah am Menschen und sehen es als Aufgabe, widerstrebende Bewegungen zu integrieren, ohne eine Seite im System abzuwerten. Diese kreative Arbeit mit Wechselwirkungen und Grenzen bringt dabei mehr Spielräume und neue Handlungsoptionen. Weil wir dabei die Komplexität der Situation berücksichtigen finden wir kluge Lösungen, bei denen innere und äußere Bedenkenträger im Boot bleiben können. Und mit dem Fokus auf Ressourcen, Verbündete und einen stimmigen Plan B und C gibt Ihnen das volle Kraft für die Umsetzung.

Achtsamkeit

Die Kraft der Präsenz.

Achtsamkeit heißt erstmal einfach: Mitbekommen, was gerade passiert. Als Mindfulness und MBSR nach Jon Kabat-Zinn ist Achtsamkeit heute sehr verbreitet und ein Grundpfeiler moderner Stressprävention. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren die besondere Wirksamkeit der Achtsamkeit bei Stresserleben hundertfach bestätigt. Dabei ist Achtsamkeit viel älter – entwickelt vor einigen tausend Jahren als Technik zur Vertiefung der Meditation. Und viel breiter in der Anwendung. Der Kern aus meiner Sicht: Innere Prozesse, die ich nicht mitbekomme, finden ohne mein Wissen statt – und erzeugen oft innere Konflikte, in denen ich keine bewusste Stimme habe. Das Licht ist an, aber keiner zuhause. Die Effekte dieser inneren Dynamik nennt man Probleme. Achtsamkeit hilft, diese Ebenen auszuleuchten. Der Witz ist: Sobald man aufhört, die sichtbaren Teile innerer Konflikte anzuschieben und stattdessen leuchtet und schaut, fangen die verkanteten Anteile von sich aus an, sich zu bewegen. Sobald Licht auf die inneren Teile und Konflikte fällt, die wir irgendwann aus guten Gründen ins Unbewusste abgeschoben haben, kann die eigene Innenwelt wieder atmen. Das führt mittelfristig zu einem stabilen Gefühl von Sinn, Verankerung und Kohärenz des eigenen Erlebens – man ist mit sich im Reinen. Kurz: Präsenz verändert. Radikaler und schneller als die meisten Verfahren, die ich kenne.

Organisation und Person

Eine überfällige Synthese.

Die systemische Beratung hat sich früh in Schulen aufgeteilt, die bis heute spürbar weitgehend unabhängig voneinander arbeiten: Eine eher personenorientierte Heidelberger und eine organisationsorientierte Wiener Schule. In der Praxis zeigt sich, dass die Synthese beider Ansätze neues Potenzial freispielt. Die Wiener Schule der Organisationsberatung bringt einen Blick auf die Organisation als Ganzes, Methoden für die Gestaltung anspruchsvoller und dynamischer Changeprozesse und integriert mit komplementärer Beratung auch General Business Know How in den Beratungsprozess. Der personenorientierte Ansatz systemischer Beratung ist vor allem wirksam in der Arbeit mit individuellen Zwickmühlen und nahen Interaktionen sowie in der Integration widersprüchlicher Positionen und der Aktivierung individueller Resourcen. Ich habe von Mitbegründern beider Beratungsschulen gelernt und integriere die Methoden in der Praxis.

Emotionen nutzen

Schmieden, was heiß ist.

In der klassischen systemische Beratung bleiben Emotionen oft unterbelichtet als Ausdruck von mental gedachten Zwickmühlen – gearbeitet wird dabei oft mehr mit den inneren Ambivalenzen als mit den Emotionen. Dabei spielen Gefühle eine so zentrale Rolle im Erleben, dass sie oft ausschlaggebend dafür sind, innere Spannungszustände überhaupt aufzubauen. Die systematische Arbeit mit den Regulationsmechanismen von Emotionen ist aus meiner Sicht ein Schlüssel für tiefergehende Veränderungen. Denn letztlich sind es Emotionen, die uns lebendig werden lassen. Gebändigte Kräfte, die als Lebensenergie verfügbar werden, wenn sie wieder an den Kreislauf des Systems angeschlossen werden: Als Tachomat für eigene Grenzen, Kompass für Entscheidungen, Agent für Verbundenheit, Kraftquelle um klaren Stand zu beziehen, Gewicht für den Fußabdruck in der Welt.

Vorbewusste Prozesse

Direkt da ansetzen, wo Erleben entsteht.

Dass es ein Unbewusstes gibt, das erheblichen Einfluss auf unser Erleben hat, wissen wir seit Freud. Nur die Methoden haben sich in über hundert Jahren modernisiert: Hypnotherapie, Methoden aus der Achtsamkeit und Körpertherapeutische Ansätze setzen direkt dort an, wo das Unbewusste selbst kommuniziert: In Bildern, vorbewussten Sprachakten, unwillkürlichen Bewegungen, subtilen Körperempfindungen können wir direkt mit den Reizverarbeitungsprozessen auf Mittel- und Stammhirnebene arbeiten. Die Verfahren sind mittlerweile sehr präzise ausgearbeitet und wissenschaftlich gut erforscht – zum Beispiel als Kern des Mentaltrainings, mit dem Leistungssportler sich auf Wettkämpfe vorbereiten. Überall dort, wo überraschende emotionale Ladungen oder unwillkürliche innere Reaktionen auftreten, wo innere Zwickmühlen schwer lösbar scheinen oder schlicht mehr Resilienz im Umgang mit Herausforderungen aufgebaut werden soll, haben sich diese Verfahren sehr bewährt. Denn wenn das Unbewusste mit im Boot ist, kann inneres Erleben aktiv gestaltet werden. Und dann kann eigentlich nicht mehr viel passieren.

Intuition

Die Kompetenz des inneren Wissens.

Das Bauchgefühl, die Somatischen Marker von Damasio und die Spiegelneuronen der Neurobiologie – Intuition ist die Fähigkeit des Körpers, Informationen unter der Wahrnehmungsschwelle auszuwerten. Durch geschulte Körperintelligenz lassen sich innere Bedenken einbeziehen, bevor sie gedanklich verfügbar werden. Und stimmige Entscheidungen treffen, auch wenn kognitiv vieles dagegen spricht. Nicht nur die eigene Innenwelt bekommt ein Datenupdate – auch die Innenwelt anderer oder die Atmosphäre von Gruppen wird präziser wahrnehmbar: Über die Spiegelneuronen bringt geschulte Intuition Resonanzphänomene ins Erleben, mit denen neue Informationen über das Außen im inneren Erleben zugänglich werden. Beides stärkt nicht nur den Klienten, sondern ist auch Katalysator im Beratungsprozess: Resonanzen des Beraters helfen, verdeckte Muster im Klientensystem schneller fühlbar zu machen. Und das wiederum bringt neue Impulse in die systemische Haltung des Nichtwissens. Was bleibt ist eine Augenhöhe, in der der Klient das letzte Wort behält.

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